METAPOP
Seit ihrem Urknall in den 1950er-Jahren hat die Pop-Art unsere Sehgewohnheiten radikal demokratisiert. Sie holte das Banale ins Museum und machte das Ikonische zum Alltag. Doch was passiert, wenn diese Ästhetik die reine Oberfläche verlässt? Die Ausstellung „METAPOP“ im Wiener Klubhaus führt drei Positionen zusammen, die visuelle Erzählkultur nicht nur abbilden, sondern präzise sezieren. Es ist ein Dialog über die Macht der Linie, die Ästhetik des Seriellen und die subversive Kraft der Zuspitzung.
Als Mitbegründer der britischen Pop-Art am Royal College of Art prägte Peter Phillips eine Ästhetik, die Technik, Glamour und Konsumkultur ungeschönt verschmolz. Seine Arbeitsweise war die der Montage: präzise, fast maschinelle Kompositionen, die Dynamik und Stillstand vereinen. Besonders bedeutsam: Wir präsentieren im Rahmen dieser Ausstellung Werke, die in dieser Form zum ersten Mal in Österreich gezeigt werden. Es ist die Premiere eines Vermächtnisses, das den zeitlosen Blick dieses Visionärs auf die moderne Welt finalisiert.
Die 1972 geborene Künstlerin Michaela Konrad führt das Erbe des Grafischen in das Zeitalter der Dystopie. In ihrer meisterhaften „Ligne Claire“-Ästhetik – einem Stil, der durch klare Konturen und flächige Farben besticht – entwirft sie Comic-Cover-Tableaus, die wie Fundstücke aus einer fiktiven Vergangenheit der Zukunft wirken. Konrads Arbeiten, die international Beachtung finden, führen uns vor Augen, wie schmerzhaft nah unsere Gegenwart bereits an den Science-Fiction-Visionen der 1960er-Jahre liegt. Ihre Kunst ist eine narrative Verdichtung, die das Elegante mit dem Beunruhigenden paart.
Max Matuschka bricht die glatten Oberflächen mit dem scharfen Stift der Karikatur und der freien Grafik auf. Durch seine fundierte Erfahrung in der internationalen Kunstvermittlung und seine präzisen grafischen Analysen fügt er diesem Trio die psychologische Tiefe und den humoristischen Kontrapunkt hinzu. Wo Phillips feiert, und Konrad warnt, entlarvt Matuschka durch pointierte Überzeichnung. Er nutzt die Reduktion, um den Kern menschlicher und gesellschaftlicher Absurditäten freizulegen und fügt der grafischen Präzision eine notwendige menschliche Ebene hinzu.
“METAPOP”
MICHAELA KONRAD
MAX MATUSCHKA
PETER PHILLIPS
25. April – 2. Juni 2026
KLUBHAUS
Währinger Straße 79/13
1180 Wien
Öffnungszeiten:
Dienstag & Mittwoch: 15 bis 19 Uhr
sowie nach Vereinbarung
Drei Positionen – Eine Meta-Ebene
Obwohl Jahrzehnte diese Künstler:innen trennen, eint sie die Liebe zur klaren Kante. Während Phillips das ikonische Bild zelebriert, dekonstruiert Konrad es in einer fiktiven Historie und Matuschka spiegelt es im Zerrspiegel der Gesellschaft. „METAPOP“ ist mehr als eine Werkschau – es ist eine Bestandsaufnahme der Pop-Kultur, die zeigt, dass die schärfsten Analysen oft hinter den buntesten Masken stecken.